Bürgerräte

Bürgerräte setzen sich in der Regel aus 10 - 30 Teilnehmern zusammen, die einen Ausschuss bilden, um Entscheidungsträger zu informieren und zu beraten.

Ablauf/Eckpunkte

Bürgerräte können viele verschiedene Formen annehmen abhängig von der jeweiligen Zielsetzung. Der Rat benötigt Zugang zu relevanten Informationen und kann als einmaliges Event angesetzt sein oder auch als langfristig existierendes Gremium.

Ein Bürgerrat wird aus einer repräsentativen Zufallsauswahl an Bürgern zusammengesetzt, so dass "ganz normale" Personen im Rat vertreten sind und nicht Repräsentanten von Interessensgemeinschaften. Ebenso wird durch die Zufallsauswahl erreicht, dass ganz unterschiedliche Interessen und Ansichten an einem Tisch Platz finden.

Die Teilnemer eines Bürgerrats wählen ihre speziellen Themenfelder selbst aus und diskutieren diese über 1,5 Tage. Dabei tauschen sie ihre Sichtweisen aus und entwicklen Lösungsansätze für gemeinsam identifizierte Probleme.

Ziel/Wirkung

Bürgerräte werden eingesetzt, wenn die Meinung der Bürger zu einem bestimmten Thema oder oder Themenfeldern eingeholt werden soll.

Hinweise zur Umsetzung

Bei den Teilnehmern kann es sich um eine repräsentative Auswahl der Bevölkerung oder Vertreter bestimmter Gruppen (z.B. ältere Menschen) handeln.

Kosten/Aufwand

Mittel. Die Kosten für die Veranstaltung selbst sind eher gering, jedoch fallen zusätzliche Kosten für die Rekrutierung, Unterstützung und Entlohnung der Teilnehmer an.

Aufwand Teilnehmer

Für die Vorbereitung und Durchführung der Bürgerräte sollten mindestens drei Monate eingeplant werden. **

Sinnvoll einzusetzen, wenn:

  • ein effektiver und andauernder Dialog entstehen soll, in dem Themen und Probleme vertiefend aufgearbeitet werden können
  • die Verarbeitung und Umsetzung der Vorschläge noch während der Beteiligungsphase erfolgt

    Nicht sinnvoll einzusetzen, wenn

  • die Initiatoren nicht dazu bereit sind, die Empfehlungen und Vorschläge der Bürgerräte anzunehmen

    Stärken

  • die Perspektive der Bürger/Betroffenen wird eingenommen
  • kann potentielle Probleme frühzeitig aufzeigen und sich als Resonanzboden für Pläne und Ideen eignen
  • durch die regelmäßigen Treffen über einen längeren Zeitraum können sich die Teilnehmer kennenlernen, was sich positiv auf die Diskussionen auswirken kann

    Schwächen

  • die Teilnehmer müssen sich für einen längeren Zeitraum verpflichten, evtl. ist es schwierig, Teilnehmer zu rekrutieren bzw. sie langfristig zu halten
  • kann auf diejenigen, die nicht teilnehmen, exklusiv wirken
  • es wird nur eine kleine Gruppe von Bürgern einbezogen, die erhobenen Daten sind nicht statistisch signifikant
  • die Zusammensetzung der Bürgerräte muss evtl. regelmäßig aktualisiert werden

    Ursprung

    Die Tatsache, dass externe Berater in Regierungsentscheidungen einbezogen werden ist keinesfalls neu. Jedoch ist es seit einigen Jahrzehnten zunehmend der Fall, dass auch Bürger und nicht nur Experten diese Beraterrolle einnehmen.

Quelle: http://www.beteiligungskompass.org/article/show/169