Soziales Engagement, unterstützt vom Arbeitgeber

Spüren, dass sie etwas bewegen können

Immer mehr Unternehmen in Deutschland nutzen solche Programme. Ob Allianz, Microsoft, Deutsche Bank, RWE oder Adidas - nach Zahlen des Bundes setzten schon im Jahr 2013 drei Viertel der Großunternehmen in Deutschland auf Corporate Volunteering. Die Strategie stammt aus den USA und gilt mittlerweile auch hierzulande unter Personalern und PR-Managern als Allzweckmittel: Corporate Volunteering ist gut fürs Image, trainiert die sozialen Fähigkeiten der Mitarbeiter und motiviert sie.

Dahinter steht die Erkenntnis: Viele Menschen wollen spüren, dass sie etwas bewegen können. Sie wollen Sinnvolles schaffen und kein Leben als Bürosklaven fristen. Ein gutes Gehalt und ein schicker Wagen reichen nicht mehr - gerade Unternehmen, welche die besten Mitarbeiter an sich binden wollen, müssen mehr als nur Materielles bieten.

Ziel des Aktionstags ist es, möglichst viele Unternehmen für soziales und ökologisches Engagement zu mobilisieren und zu sensibilisieren. Sie entlasten mit ihrem Einsatz ganz praktisch die gemeinnützigen Einrichtungen. Die Einrichtungen erhalten tatkräftige Unterstützung, viel Wertschätzung, Inspiration und neue Impulse für ihre Arbeit.

Gemeinnütziges Engagement Firmen 2.0

Wenn alle Firmen, die sich bereits engagieren und solche, die erst starten, an einem Tag aktiv werden und in diversen Projekten Gutes tun, geben wir den einzelnen Engagements mehr Kraft, machen ihren Einsatz sichtbarer und bereichern gemeinsam die bürgerschaftliche Engagementkultur und schaffen konkrete Mehrwerte für das Gemeinwohl der Stadt – alle zusammen!

Rollentausch

Für einen Tag tauschen Mitarbeiter den Computer, die Werkbank oder den Schreibtisch gegen Pinsel, Hammer und Säge, Schaufel oder Schubkarre und stellen ihr Know-How und ihre Zeit in den Dienst der guten Sache. Es wird tatkräftig angepackt oder Menschen in benachteiligten Situationen ein schönes gemeinsames Erlebnis ermöglicht.

Gutes Tun leicht gemacht

Das Tätigkeitsspektrum in den gemeinnützigen Einrichtungen im Münchner Stadtgebiet umfasst notwendige handwerkliche Tätigkeiten, Gartenarbeiten, gemeinsame Aktivitäten oder Ausflüge, die sonst nicht möglich wären, da es oft an helfenden Händen oder/und finanziellen Mitteln fehlt. Die Einrichtungen erhalten tatkräftige Unterstützung und Wertschätzung für ihre Arbeit.

So profitiert Ihr Unternehmen

Durch diesen Corporate Volunteering-Tag erhalten Mitarbeiter Einblicke in andere fremde Lebenswelten, die oft für einen Perspektivenwechsel sorgen. Sie trainieren soziale Kompetenzen und erleben sich und Kollegen in einem Team, das gemeinsam für die gute Sache einsteht. Das schweißt zusammen, motiviert, fördert den Teamgeist. Und es macht stolz auf den Arbeitgeber, der dieses soziale Engagement im Rahmen der Arbeitszeit ermöglicht.

Vorteile von Corporate Volunteering aus Unternehmenssicht

Aktionstage bzw. Social Days

Aktionstage sind einmaliger Natur und besitzen häufig einen Veranstaltungscharakter. Bei einem social day werden beispielsweise Klassenzimmer gestrichen oder Spielplätze gebaut. Die Beschäftigten sind nur wenige Stunden im Einsatz und verrichten eher einfache, meist handwerkliche Tätigkeiten.[4] Da jedoch gleichzeitig viele Beschäftigten eingebunden werden können, erfreut sich diese Form des Corporate Volunteering bei Unternehmen großer Beliebtheit. Nachteil dieser Aktionsform ist, dass sie kaum nachhaltig ist und nur eine niedrige gesellschaftliche Wirkung aufweist.[4]

Mentoring

Beim Mentoring werden Beschäftigten eines Unternehmens in zeitlich befristete oder unbefristete Patenschaften gebracht, zum Beispiel mit ausbildungsschwachen Jugendlichen oder mit Pflegebedürftigen. Der Mentor gibt sein fachliches Wissen oder Erfahrungswissen an eine noch unerfahrenere Person (Mentee oder Protegé) weiter. Mentoring kann auch bedeuten, dass sich Beschäftigte mit ihrem Fachwissen in gemeinnützige Organisationen einbringen. Das Mentoring fördert zahlreiche berufliche und soziale Kompetenzen. Es dient somit der Persönlichkeitsbildung des Beschäftigten. Umgekehrt bringt der kontinuierliche Einsatz auch der gemeinnützigen Organisation mehr als bspw. ein Aktionstag.[5][4]

Soziales Praktikum

Soziale Praktika wirken unmittelbar auf die Persönlichkeitsentwicklung des Beschäftigten oder ganzer Teams. Im Vordergrund steht das individuelle Lernen des Einzelnen. Typische Beispiele für ein soziales Praktikum sind die Integration von Service-Learning-Programmen in die Ausbildung oder der Seitenwechsel einer Führungskraft, die in einer gemeinnützigen Organisation hospitiert. Nachteil der Methode ist, dass sie viel Vor- und Nachbereitung benötigt und nur einen kurzen Einblick ermöglicht. Sie entfaltet damit kaum gesellschaftliche Wirkung.

Pro-bono-Dienstleistung

Pro bono arbeiten heißt, seine beruflichen Kompetenzen unentgeltlich einzubringen. Beispielsweise berät die Rechtsanwältin eine Organisation in Rechtsfragen oder der Webdesigner programmiert den Internetauftritt. Diese Form des Corporate Volunteerings ist stark kompetenzbasiert und erzielt eine hohe Wirkung, weil sie der Organisation einen Mehrwert verschafft. Untersuchungen zeigen, dass Beschäftigten diese Art des Engagements als besonders sinnstiftend und anerkennend empfinden.

Secondment

Hier werden Beschäftigte für einen definierten Zeitraum in soziale Organisationen „entsendet“ (z. B. für drei Monate), um dort Fach- und Führungsaufgaben zu übernehmen. Das kann insbesondere für ältere Beschäftigte als Vorbereitung auf die Nacherwerbsphase interessant sein (Secondment for transition). Das Secondment begünstigt die Kreativität und fördert den Perspektivwechsel. Die Organisation wiederum erhält wirkungsvolle Unterstützung. Nachteile: Das Secondment ist kostenintensiv, basiert auf einer langfristigen Bindung und betrifft nur sehr wenige Beschäftigte.